Die Geschichte des Schachs zusammengestellt von Ewald Sikler

Ewald Sikler weiss, dass Sissa ibn Dahir (auch: Sessa) angeblich im dritten oder vierten Jahrhundert n. Chr. in Indien lebte und gilt der Legende zufolge als der Erfinder des Schachspiels, beziehungsweise seiner indischen Urform, Tschaturanga.

Sein Name ist auch eng mit der Weizenkornlegende verbunden. Die Legende ist ein „Gleichnis für die Vielfalt des Schachspiels“, das die Unerschöpflichkeit der Möglichkeiten und Partieverläufe im Schach versinnbildlicht. Die Weizenkornlegende kann sowohl als Hommage an das Schachspiel, als auch als anschauliches mathematisches Lehrbeispiel verstanden werden. Die Weizenkornlegende findet man oft im Zusammenhang mit exponentiellen Funktionen und sie bildet das älteste Beispiel dafür, dass eine mathematische Fragestellung auf das Schachspiel bezogen wird - und damit einen Vorgriff auf das Gebiet der Schachmathematik.

Hier die Weizenkornlegende kurz zusammengefasst von Ewald Sikler:

Der indische Herrscher Shihram tyrannisierte seine Untertanen und stürzte sein Land in Not und Elend. Um die Aufmerksamkeit des Königs auf seine Fehler zu lenken, ohne seinen Zorn zu entfachen, schuf Dahers Sohn, der weise Brahmane Sissa, ein Spiel, in dem der König als wichtigste Figur ohne Hilfe anderer Figuren und Bauern nichts ausrichten kann. Der Unterricht im Schachspiel machte auf Shihram einen starken Eindruck. Er wurde milder und ließ das Schachspiel verbreiten, damit alle davon Kenntnis nähmen. Um sich für die anschauliche Lehre von Lebensweisheit und zugleich Unterhaltung zu bedanken, gewährte er dem Brahmanen einen freien Wunsch. Dieser wünschte sich Weizenkörner: Auf das erste Feld eines Schachbretts wollte er ein Korn, auf das zweite Feld die doppelte Menge, also zwei, auf das dritte wiederum doppelt so viele, also vier und so weiter. Der König lachte und war gleichzeitig erbost über die vermeintliche Bescheidenheit des Brahmanen.

Als sich Shihram einige Tage später erkundigte, ob Sissa seine Belohnung in Empfang genommen habe, musste er hören, dass die Rechenmeister die Menge der Weizenkörner noch nicht berechnet hätten. Der Vorsteher der Kornkammer meldete nach mehreren Tagen ununterbrochener Arbeit, dass er diese Menge Getreidekörner im ganzen Reich nicht aufbringen könne. Auf allen Schachfeldern zusammen wären es 18.446.744.073.709.551.615 Weizenkörner. Nun stellte sich die Frage, wie das Versprechen eingelöst werden könne. Der Rechenmeister half dem Herrscher aus der Verlegenheit, indem er ihm empfahl, er solle Sissa ibn Dahir ganz einfach das Getreide Korn für Korn zählen lassen.

Es existieren natürlich unterschiedliche Erzählweisen, wonach es sich anstatt um Weizenkörner um Reiskörner gehandelt hat.

Copyright © 2013 Ewald Sikler aus Ingolstadt. Alle Rechte vorbehalten.